„„Alles für die Kunst“ - in der Liebermann-Villa am Wannsee

Ausflug zur Sommervilla des Malers Max Liebermann am Großen Wannsee am 17. April 2026

 

An einem herrlichen Frühlingstag „schwebt“ ein kleiner Kreis von Liebermann-Begeisterten durch die frischgrüne Stadt zum glitzernden Wannsee, wo Max Liebermann 1909 sein Schloss am See verwirklichte – ein Sommerhaus als Rückzugsort für die Familie, das „kein Bauernhaus, sondern ein Landhaus, das sich ein Städter gebaut hat“, sein sollte  - aus grauem Stein, die Fassade streng gegliedert und mit einem Garten, der als führendes Beispiel der europäischen Reformgarten-Bewegung gilt.

 

Der Stauden- und Gemüsegarten im vorderen Teil, das Birkenwäldchen, die ausladende Terrasse mit den kunstvoll angelegten Blumenbeeten, die große, zum Seeufer abfallende Wiese, der Pavillon, die Heckengärten als zusätzliche architektonische Räume unter freiem Himmel, der Fischotter von Gaul  … kennen wir das nicht schon alles, traumschön vorgegeben von den Garten-Gemälden, von denen wir einige neulich in der großen Liebermann-Ausstellung im Barberini bewundert haben?

 

Eine Zugabe auf unserem bewundernden Schlendern durch den Garten ist - ganz im Liebermann’schen Sinne - ein Schwanenpaar am Seeufer, und Frau Schwan präsentiert uns stolz ihre drei Eier im sorgfältig zusammengefügten Nest, bevor sie sich wieder zum Brüten niederlässt!

                                                                             

Man möchte den ganzen Tag in der zauberhaften Frühlingskulisse verweilen, aber schließlich wenden wir uns doch dem Haus zu und treten ein in die oberen Räume und das ehemalige Atelier, in denen weitere Gartenbilder, Portraits und Dokumente belegen, wie weit ins Ausland die Verbindungen des „Malerfürsten“  reichten  und wie oft seine Unterstützung den Malerkollegen und vor allem den bis dahin übersehenen Malerfrauen half, ihren Platz zu behaupten, auch wenn Liebermann manchmal deren künstlerische Entwicklung über den Impressionismus hinaus nicht mittrug – eben „alles für die Kunst“, wie der Titel der aktuellen Ausstellung lautet.

 

Noch ein letztes Durchatmen, ein Abschiedsblick auf die Farbenpracht der Stiefmütterchen im Terrassenbeet, bevor wir, vorbei an anderen imposanten Sommervillen im Fachwerk-Look, zum wohlverdienten Mittagessen im „Haus Sanssouci“ spazieren - welch passender Name für diesen verzauberten Tag.                             

 

Text: sm, Fotos: bo, gth

 

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